Einige Fragen mangels Doku... (dpi, iSRD, ME, GANE, WF)

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Moderator: LSI_Ketelhohn


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Einige Fragen mangels Doku... (dpi, iSRD, ME, GANE, WF)

Postby mwenisch » Thu Sep 04, 2014 6:11 pm

Sehr geehrte Damen und Herren,

für die Digitalisierung eines größeren Dia-Bestandes mit einem Nikon Coolscan-V arbeite ich mich gerade in die „SilverFast Archive Suite 8“ (8.0.1r52) ein. Inzwischen habe ich in Ermangelung einer detaillierten Anwenderdokumentation auch die im Download-Bereich abgelegte lose Blatt- und Filmclip-Sammlung durchgeschaut, konnte aber für einige Fragen keine Antworten finden. Es wäre schön, wenn Sie mir zunächst in folgenden Punkten weiterhelfen könnten:

(1) Scan-Auflösung
Mein Ansatz bisher ist: mit 4000 dpi + ME abtasten und das Ergebnis nach Kratzer- (u. ggf. sonstigen Korrekturen) in für mich sinnvoller Basisgröße als 48 Bit-TIFF (ProPhotoRGB-Farbraum) archivieren. Es gibt nun m.E. zwei Möglichkeiten die dpi einzustellen: Schieberegler und Preset-Feld. Um nicht schon bei der Bilderfassung zu scalieren möchte ich nur die nativen Auflösungen des Scanners verwenden und setze daher den Regler auf 4000. Kann ich nun davon ausgehen, dass mit echten 4000 dpi gescannt wird und das Ergebnis noch die volle Pixelanzahl aufweist, auch wenn ich im Preset z.B. 2700 dpi eintrage? Werden eventuelle Werkzeuganwendungen noch auf dem voll aufgelösten Bild berechnet und die Scalierung erfolgt erst zum Schluss beim Speichern oder scaliert SF sofort vom Scanner weg und wendet danach erst die Werkzeuge auf die bereits manipulierten Daten an?

(2) iSRD
Nach einigen Tests habe ich den Eindruck, dass iSRD verglichen mit der Staubentfernung des „Advanced ICE4“ auf Anhieb und mit gleichem Aufwand keine vergleichbar guten Ergebnisse erzielt. Der Automatikmodus erkennt viel zu viele Korrekturbereiche und interpoliert auch (insbesondere in dunkleren Bereichen), wo weder Staub noch Kratzer vorhanden sind. Regelt man die „Erkennung“ zurück werden zwar weniger viele Bereiche gefunden aber die Korrekturqualität der gefundenen Stellen (in farbiger Maskierung noch vollständig und gut zu sehen) lässt stark nach, so dass z.B. von größeren Verschmutzungen wie Fussel oder Haaren noch Fragmente sichtbar bleiben.
- Kann ich (vielleicht mit dem Parameter "Defekt-Größe") erreichen, dass Partikel/Kratzer erst ab einer bestimmten Mindestgröße als Defekte behandelt werden?
- Ist die Einstellung unter „Ausdehnung“ nur für die Darstellung in der Maskierung gedacht oder wirkt sie sich auch auf die Korrekturbreite aus?
- Was lässt sich mit den „Offset“-Reglern bewirken und welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang die globale Einstellung „Maximale Abweichung der iSRD-Ausrichtung“?
- Welchen „Workflow“ können Sie empfehlen, um sicher (nicht schnell) zu guten, d.h. der Verschmutzung angemessenen Resultaten zu kommen?
- (Wie) kann die Korrekturfunktion nur auf einzelne Bildbereiche angesetzt werden? Masken?
- Wie funktioniert die beworbene „Korrektur auf bis zu 4 Ebenen“ und was erreicht man damit?
Momentan kann ich iSRD so nicht zuverlässig einsetzen/bedienen und würde ggf. auf eine manuelle Korrektur der gröbsten Verschmutzungen ausweichen. Gedacht hatte ich dabei an das „leistungsfähige Stempelwerkzeug“, welches in den SilverFast 6.x-Unterlagen erwähnt ist. Dieses würde ich auch gern für inhaltliche Bildretusche nutzen.
- Wo finde ich dieses Werkzeug in SF8 (bzw. welche Alternativen sind dazu implementiert)?

(3) GANE
Irgendwie sehe ich nur mit viel gutem Wille auch bei maximal ausgereizten Einstellungen nur minimalste Veränderungen am Bild (von deutlichen Verbesserungen kann da kaum die Rede sein). Andere automatische Werkzeuge tragen im Vergleich dazu doch auch viel „zu dick auf“, was man aber zum Glück „wegregeln“ kann, nur: wie bekomme ich GANE dazu, überhaupt eine signifikante Änderung zu produzieren? Gibt es dazu noch irgendwelche globale Einstellungen o.ä.?

(4) ME
Die Wirkung des MultiExposure Werkzeugs kann ich kaum erkennen. Gibt es irgendwelche Möglichkeiten, dieses zu konfigurieren – z.B. hinsichtlich der verwendeten Belichtungsdifferenz(en) – egal ob in der Benutzeroberfläche oder als globale Voreinstellung? (Der Scanner ist mit einer Analogverstärkung von „10“ in der Gesamthelligkeit IT8-kalibriert und wird so verwendet – hat dies ggf. Einfluss auf die von ME standardmäßig verwendete Belichtungsdifferenz?)

(5) WorkflowPilot
Ich wollte mir einen einfachen eigenen Workflow konfigurieren und bin bereits an der Stelle gescheitert, wo ich vor dem Hauptscan das manuelle Setzen eines AF-Punktes einbauen wollte. In der Werkzeugauswahl des WF habe ich die AF-Funktionen nicht finden können. Wie ist hier zu verfahren, wenn für jeden Scan andere Fokusstellen verwendet werden sollen?


Ich hoffe und freue mich auf ihre Rückmeldung.
Vielen Dank schon mal im Voraus!

Mit freundlichen Grüßen,
M.Wenisch

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Re: Einige Fragen mangels Doku... (dpi, iSRD, ME, GANE, WF)

Postby LSI_Ketelhohn » Tue Sep 09, 2014 4:53 pm

Sehr geehrter Herr Wenisch,

Unsere Anleitungen und eine Einführung finden Sie auf unserer Webseite.

1.)
SilverFast verwendet bei Zwischenschritten immer die nächst höhere Auflösung und skaliert vor dem Speichern runter.
Die einzige Ausnahme ist der "rote" Interpolationswert am Ende des Auflösungsregler, der Werte bis zum zweifachen der nativen Auflösung bietet.
Ansonsten ergibt sich die Auflösung aus dem Preset und der Skalierung im Experten Dialog. (2000 DPI preset x 200% Skalierung => 4000 DPI Scanauflösung.)

2.)
Wenn Sie Schwierigkeiten mit iSRD haben kontaktieren Sie doch bitte einmal unseren Support über unseren Support Assistenten.
Hierfür benötige ich mehr Informationen und Beispielbilder.

3.)
Hierfür bräuchte ich ebenfalls Beispiele.

4.)
Multi-Exposure bietet nur einen sichtbaren Effekt, wenn der normale Scan nicht bereits alle sichtbaren Farben abbildet.
Dies ist stark vom Filmmaterial und Bildinhalt abhängig.
Bei Dias sieht man den Effekt am besten in dunklen und bei Negativen in hellen Bereichen.
Der Haupteffekt von Multi-Exposure ist, dass es den Dynamikumfang der Bilder erhöht.
Dadurch werden für Filter und Werkzeuge erheblich mehr Farbabstufungen bereitgestellt.

5.)
Der WorkflowPilot ist hauptsächlich ein Trainingswerkzeug, um bestimmte Abläufe und die dafür benötigten Werkzeuge kennen zu lernen.
Er bietet leider keine Scanner spezifischen Funktionen.

Mit freundlichen Grüssen,
Arne Ketelhohn.

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Re: Einige Fragen mangels Doku... (dpi, iSRD, ME, GANE, WF)

Postby mwenisch » Tue Sep 09, 2014 11:33 pm

.
Hallo Herr Ketelhohn,

vielen Dank für Ihre Rückmeldung zu der ich noch folgende Anmerkungen/Fragen habe:

zu 1.) Wenn ich's richtig interpretiere bedeutet dies in umgekehrter Sichtweise, dass bei folgenden
beispielhaft angenommenen Einstellungen ...
bild.JPG
DPI-Preset Bsp
bild.JPG (18.55 KiB) Viewed 1414 times

... mit 4.000 dpi physikalisch gescannt wird und erst beim Speichern des Bildes (also nach allen evtl. aktivierten Korrekturberechnungen) auf die gewünschten Proportionen (hier 4200x2800px) scaliert wird, was in Bezug zu den eingestellten 2.700 dpi im Preset eine Scalierung auf 120% bedeuten würde. (Beim Abspeichern des resultierenden Bildes wird also - umgerechnet auf eine Ausgabegröße der gleichen Dimension wie der gewählte Scan-Ausschnitt - aus den 4.000 gescannten dpi eine "theoretische Auflösung" von 3.240 dpi erzeugt.)
-> Ist das so?

zu 2.) OK, zu den Schwierigkeiten werde ich den Support kontaktieren.
Könnten Sie bitte zu meinen Fragen noch etwas sagen:
- Kann ich (evtl. mit "Defekt-Größe") erreichen, dass Partikel erst ab einer bestimmten Mindestgröße als Defekte behandelt werden?
- Ist die Einstellung unter „Ausdehnung“ nur für die Darstellung in der Maskierung gedacht oder auch für die Korrekturbreite?
- Was lässt sich mit den „Offset“-Reglern bewirken und
- welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang die globale Einstellung „Maximale Abweichung der iSRD-Ausrichtung“?
- Wo finde ich das Stempelwerkzeug in SF8 (bzw. welche Alternativen sind dazu implementiert)?

zu 3.) OK.

zu 4.) Danke für die Erklärungen.
- Gibt es Möglichkeiten, ME zu konfigurieren – z.B. hinsichtlich der verwendeten Belichtungsdifferenz(en)?
- Wirkt sich eine Analogverstärkung von z.B.10 in (Gesamthelligkeit) auf die Funktion von ME aus?

zu 5.) Aha - da habe ich den Workflow-Pilot wohl überschätzt...
(Ich dachte, dieser Assistent sei ein Werkzeug, welches "den Anwender ... in der richtigen Reihenfolge
durch alle für seinen individuellen Workflow erforderlichen Bearbeitungsschritte leitet. )


Ich freue mich auf eine Antwort von Ihnen.
Mit freundlichen Grüßen,
M.Wenisch

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Re: Einige Fragen mangels Doku... (dpi, iSRD, ME, GANE, WF)

Postby LSI_Ketelhohn » Tue Sep 16, 2014 4:59 pm

Sehr geehrter Herr Wenisch,

1.) Ja das ist korrekt.

2.)
Ja richtig, die Defektgrösse gibt an ab welchem Wert ein "Fleck" als Defeckt erkannt wird.
Die Ausdehnung bestimmt den Korrekturradius.
Der Offset dient dazu einen Versatz zwischen RGB und Infrarot Scan zu korrigieren.
Dies ist die Manuelle Korrektur.
Die Einstellung unter Spezial steuert die automatische Ausrichtung zu zuerst versucht RGB und IR Daten übereinander zu legen.
Den Stapelbetrieb können Sie z.B. über das "Bild" Menü starten.
Die genaue Bedienung hängt vom Scannermodell ab.

4.)
Nein ME hat keine Einstellmöglichkeiten.
Die Anpassung der Lampenhelligkeit kann nicht mit ME kombiniert werden.

5.)
Ja der WorkflowPilot leitet durch die benötigten Schritte.
Dies ist aber hauptsächlich dazu gedacht die wichtigen Schritte kennen zu lernen.
Er ist etwas weniger flexibel als das direkte Arbeiten in der Oberfläche.

Mit freundlichen Grüssen,
Arne Ketelhohn.

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Re: Einige Fragen mangels Doku... (dpi, iSRD, ME, GANE, WF)

Postby mwenisch » Thu Sep 18, 2014 4:37 pm

.
Hallo Herr Ketelhohn,

ich danke Ihnen für die Beantwortung meiner Fragen.

Eine Anmerkung habe ich noch zum Punkt (1):
Wenn sich die Sache so verhält wie vermutet und von Ihnen bestätigt, dann kann ich nicht nachvollziehen, warum SF8 in die Metadaten der TIF-Datei immer den DPI-Wert reinschreibt, der im Preset angegeben ist - ohne Berücksichtigung des Zoomfaktors (im gezeigten Beispiel 2.700 und nicht 3.240). Würde man das TIF mit der angegebenen DPI-Anzahl reproduzieren, dann entsteht doch ein viel großerer Abzug [mm] als die einst abgetastete Fläche war...

Was sagt mir die Information in der TIF-Datei, wenn das weder die "Abtast-DPI" (4.000) noch die letztlich interpolierte Auflösung (3.240) darstellt? Was ist hierfür der Hintergrund bzw. wie muss man die Angabe interpretieren (der Zoomfaktor wird ja nicht mitgegeben - ist also später unbekannt)?


Vielen Dank und viele Grüße,
M.Wenisch.

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Re: Einige Fragen mangels Doku... (dpi, iSRD, ME, GANE, WF)

Postby LSI_Ketelhohn » Tue Sep 23, 2014 2:30 pm

Sehr geehrter Herr Wenisch,

Das Preset ist genau der Wert der in die Datei geschrieben werden soll, da er die angestrebte Druck-/Anzeigeauflösung angibt.
Es handelt sich also lediglich um einen "Wunschwert" der anderer Software mitteilt mit welcher DPI das Bild initial dargestellt werden soll.
Der Zoom wird hier nicht benötigt, da er sich rechnerisch aus der Gesamtgrösse des Bildes ergibt.

Mit freundlichen Grüssen,
Arne Ketelhohn.


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